Metformin und Longevity – warum sieht Dr. Kirchmayr Metformin kritisch
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… und was du stattdessen wissen solltest, wenn du wirklich gesund altern willst.
Wenn du dich mit Longevity, also gesunder Lebensverlängerung, beschäftigst, kommst du an einem Namen nicht vorbei: Metformin.
Eine kleine weiße Tablette, die viele Hoffnungsträger in der Longevity-Szene fast schon wie ein Wundermittel behandeln.
Aber ist Metformin wirklich der Schlüssel zur verlängerten Gesundheitsspanne?
Oder übersehen wir dabei etwas Wichtiges?
Ich sage dir ganz ehrlich:
Ich war von Anfang an kritisch.
Und aktuelle Studien geben erste Hinweise darauf, dass diese Skepsis berechtigt ist.
Metformin ist ein Medikament, das seit Jahrzehnten zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt wird. Es senkt den Blutzuckerspiegel, reduziert die Glukoseproduktion in der Leber und verbessert die Insulinsensitivität.
Es ist gut untersucht, weit verbreitet und gilt als relativ sicher – zumindest in der Zielgruppe: Menschen mit manifestem Typ-2-Diabetes oder deutlicher Insulinresistenz.
Da Metformin darüber hinaus auch entzündungshemmende Effekte hat, möglicherweise das Krebsrisiko senkt und die Zellalterung hemmt, hat es zum Longevity-Kandidaten gemacht.
Die Idee dahinter:
Metformin soll über die AMPK-Aktivierung zelluläre Energiepfade beeinflussen, die eng mit dem Alterungsprozess verknüpft sind.
Es wirkt mild kalorienrestriktiv, reduziert den Insulinspiegel und könnte damit die Entstehung alterungsbedingter Erkrankungen verzögern.
Auch die TAME-Studie („Targeting Aging with Metformin“) wurde ins Leben gerufen, um das systematisch zu untersuchen.
Und hier wird es spannend. Denn wenn du wissen willst, ob eine Substanz sinnvoll ist, musst du verstehen, wie sie in zelluläre Prozesse eingreift.
Metformin wirkt u. a. über die Hemmung der mitochondrialen Atmungskette. Das reduziert Energieproduktion, aber auch oxidativen Stress.
Aber genau diese mitochondriale Anpassung ist zentral für Trainingsanpassungen, Gefäßgesundheit und Regeneration.
Und jetzt stell dir vor, du kombinierst Metformin mit Sport – also mit genau dem Lifestyle, der eigentlich das Fundament gesunder Langlebigkeit ist.
Die aktuelle Studie von Malin et al. (2024) hat genau das untersucht:
Was passiert, wenn Menschen mit erhöhtem Stoffwechselrisiko ein strukturiertes Ausdauertraining machen – und dabei Metformin einnehmen?
Das Ergebnis:
Für mich keine Überraschung – sondern das, was ich immer schon vermutet habe:
Metformin kann bei Belastung kontraproduktiv sein.
Was heißt das jetzt für dich?
Wenn du Metformin "nur" für die Langelebigkeit nimmst, obwohl du weder Diabetes noch Insulinresistenz hast, dann solltest du wissen, dass:
Ich plädiere ganz klar dafür:
Ich weiß, Substanzen wie Metformin, NMN, Rapamycin oder Resveratrol sind spannend.
Sie haben alle interessante Wirkmechanismen.
Aber sie sind kein Shortcut.
Sie ersetzen keinen gesunden Lifestyle, keinen Sport, keinen Schlaf, keine Ernährung.
Und sie sind definitiv nicht universell gut – schon gar nicht, ohne Kontext.
Wenn du dich für Longevity interessierst, geh nicht blind einem Hype nach.
Sondern schau dir an:
Welche Zellpfade werden beeinflusst?
Was bedeutet das in Kombination mit Bewegung, Ernährung, Regeneration?
Ist das langfristig sinnvoll oder kurzfristig modisch?
Erst wenn du das verstanden hast, kannst du gute Entscheidungen treffen.
Bis dahin gilt:
FIX THE BASICS! Versorge dich mit den wichtigsten Nährstoffen, die dir sowieso fehlen mit dem Daily+.
Denn das sind die echten „Longevity Drugs“ – kostenfrei, nebenwirkungsarm und wissenschaftlich belegt.
Metformin hat seinen Platz – aber vielleicht nicht bei jedem und nicht zu jeder Zeit.
Es braucht Kontext, Bewusstsein und Wissen über die biochemischen Zusammenhänge.
Und vor allem:
Es ersetzt nicht das, was du selbst tun kannst.
Bleib wach, bleib kritisch – und vor allem:
Bleib in Bewegung.
Metformin ist gut untersucht und sinnvoll bei Menschen mit Typ-2-Diabetes oder ausgeprägter Insulinresistenz. Für gesunde Menschen mit dem Ziel Longevity fehlen klare Langzeitdaten.
Weil Metformin die mitochondriale Atmung hemmt und laut aktuellen Studien Trainingsanpassungen, Gefäßfunktion und VO₂max abschwächen kann – also genau jene Prozesse, die für gesunde Langlebigkeit zentral sind.