Rote Bete Saft

Rote-Bete-Saft: Gesund oder überschätzter Gesundheitstrend?

Geschrieben von: Dr. med. univ. Matthias Kirchmayr

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Lesezeit 3 min

1. Warum Rote Bete völlig zurecht als gesund gilt

Rote Bete gehört aus meiner Sicht ganz klar zu den Lebensmitteln, die einen Platz in einer gesundheitsbewussten Ernährung verdienen.

Sie liefert wertvolle Pflanzenstoffe, Mineralstoffe und natürlich vorkommendes Nitrat, das im Körper zu Stickstoffmonoxid umgewandelt werden kann. Dieser Stoff spielt unter anderem eine Rolle für die Gefäßfunktion und die Durchblutung.

Kein Wunder also, dass Rote Bete in den letzten Jahren immer häufiger als sogenanntes „Superfood“ bezeichnet wurde.

Doch genau hier beginnt das Problem. Denn zwischen einer frischen Roten Bete und einem industriell hergestellten Rote-Bete-Saft liegen oft große Unterschiede.

2. Der aktuelle Hype um Rote-Bete-Saft

Wer sich mit Gesundheit, Ausdauersport oder Leistungsoptimierung beschäftigt, kommt an Rote-Bete-Saft kaum vorbei.

Die Versprechen klingen verlockend:

  • mehr Energie
  • bessere Durchblutung
  • höhere Leistungsfähigkeit
  • bessere Regeneration

Und tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass Nitrat aus Roter Bete unter bestimmten Bedingungen positive Effekte auf die körperliche Leistungsfähigkeit haben kann.

Doch wie so oft wird aus einem grundsätzlich sinnvollen Lebensmittel schnell ein Marketingprodukt.

Und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Zutatenliste.

girl drinking red juice

3. Was Rote Bete so wertvoll macht

Die positiven Eigenschaften der Roten Bete liegen nicht nur im Nitratgehalt.

Sie enthält außerdem:

  • sekundäre Pflanzenstoffe
  • Kalium
  • Folsäure
  • natürliche Antioxidantien
  • Ballaststoffe

Gerade diese Ballaststoffe werden häufig unterschätzt.

Denn sie sorgen dafür, dass Kohlenhydrate langsamer aufgenommen werden, unterstützen das Mikrobiom und tragen zu einer stabileren Stoffwechselreaktion bei.

Die Rote Bete kommt in ihrer natürlichen Form als Gesamtpaket.

Und genau das macht sie wertvoll.

4. Der entscheidende Unterschied zwischen Gemüse und Saft

Hier wird es spannend.

Wenn du eine gekochte oder rohe Rote Bete isst, bekommst du automatisch alle Bestandteile des Lebensmittels.

Beim Rote Bete Saft sieht das oft anders aus. Durch die Verarbeitung gehen Ballaststoffe verloren und die natürlich enthaltenen Zucker werden deutlich konzentrierter verfügbar.

rote bete

Manche Produkte enthalten zusätzlich zugesetzten Zucker oder Fruchtsaftkonzentrate, um Geschmack und Akzeptanz zu verbessern.

Das Ergebnis:

Der Blutzucker steigt häufig schneller an als beim Verzehr des Gemüses selbst.

Und genau diese Unterschiede werden im Marketing oft nicht ausreichend berücksichtigt.

Rote Bete ist gesund. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jedes Rote-Bete-Produkt dieselben Vorteile bietet.

5. Was wir in der Praxis beobachten

In unserer täglichen Arbeit sehen wir immer wieder Menschen, die Gesundheitsprodukte mit gesunden Lebensmitteln gleichsetzen.

Gerade bei regelmäßigem Konsum größerer Mengen stark verarbeiteter Säfte beobachten wir teilweise:

  • stärkere Blutzuckerschwankungen
  • mehr Heißhunger
  • erhöhte Triglyceridwerte
  • schlechtere metabolische Stabilität
  • unerwünschte Gewichtszunahmen

Wichtig dabei:

Nicht die Rote Bete ist das Problem.

Sondern die Form, in der sie
konsumiert wird.

Ein Lebensmittel kann gesund sein und trotzdem in einer stark verarbeiteten Form Nachteile mit sich bringen.

6. Wann Rote-Bete-Saft sinnvoll sein kann

Das bedeutet nicht, dass Rote-Bete-Saft grundsätzlich schlecht ist.

Gerade im Sport kann ein gezielter Einsatz rund um intensive Belastungen sinnvoll sein.

Hier steht jedoch meist nicht die allgemeine Gesundheitsförderung im Vordergrund, sondern die gezielte Nutzung des enthaltenen Nitrats.

Für den Alltag gilt aus meiner Sicht dennoch:

Gemüse sollte immer die Basis bleiben.

7. Fix the Basics: Lebensmittel statt Marketing

Wir leben in einer Zeit, in der ständig neue Gesundheitstrends entstehen.

Mal ist es Selleriesaft. Dann Apfelessig. Dann Rote-Bete-Shots.


Die eigentliche Frage sollte aber immer dieselbe sein:

Ist das Produkt näher an der Natur oder näher am Marketing?

Denn Gesundheit entsteht selten durch einzelne Superfoods.

Sie entsteht durch gute Grundlagen:

  • echte Lebensmittel
  • ausreichend Ballaststoffe
  • stabile Blutzuckerwerte
  • Bewegung
  • Schlaf
  • ein funktionierender Darm

Genau dort beginnt nachhaltige Gesundheit.

8. Fazit

Rote Bete ist ein hervorragendes Lebensmittel.

Rote-Bete-Saft kann unter bestimmten Umständen sinnvoll sein.


Aber nicht alles, was als Gesundheitsprodukt verkauft wird, ist automatisch gesundheitsförderlich. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen. Lies die Zutatenliste.
Achte auf zugesetzten Zucker.

Und bevor du nach dem nächsten Gesundheitstrend suchst,
stelle dir eine einfache Frage:

Bekommt dein Körper gerade ein echtes Lebensmittel – oder ein gut vermarktetes Produkt?

Denn oft liegt genau dort der entscheidende Unterschied.

Ist Rote-Bete-Saft genauso gesund wie frische Rote Bete?

Nicht unbedingt. Während frische Rote Bete wertvolle Ballaststoffe liefert, fehlen diese in vielen Säften. Dadurch können Kohlenhydrate und Zucker deutlich schneller aufgenommen werden.

Wann kann Rote-Bete-Saft sinnvoll sein?

Vor allem im Sport kann Rote-Bete-Saft aufgrund seines natürlichen Nitratgehalts gezielt eingesetzt werden. Im Alltag sollte jedoch die ganze Rote Bete als Lebensmittel die Basis bleiben.

Dr. med. univ. Matthias Kirchmayr

Dr. med. univ. Matthias Kirchmayr

Medical Director & Founder dieFITMACHER

  • Longevity - Zelloptimierung
  • Orthomolekulare Medizin – Vitalstoffe (Analyse und Infusionen)
  • Fasziendistorsionsmedizin
  • Sportmedizin
  • Eigenes Zelloptimierungskonzept von dieFITMACHER entwickelt
  • Die Zahnräder deiner Gesundheit (Zahnradmodell) von dieFITMACHER entwickelt
  • offility -Mobilisationskonzepts entwickelt

Seine große Leidenschaft gilt der Zelloptimierung und den Möglichkeiten des medizinischen Anti-Aging und vor allem Longevity.

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