Intervallfasten: Was bringt es wirklich und wie wendest du es richtig an?
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Lesezeit 3 min
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Du hast bestimmt schon davon gehört: Intervallfasten. Aber was ist Intervallfasten eigentlich genau? Und noch viel wichtiger: Was bringt Intervallfasten für deine Gesundheit, deine Energie und vielleicht auch für deine Figur? In diesem Artikel klären wir die wichtigsten Fragen, die du dir wahrscheinlich schon gestellt hast. Und ich gebe dir auch meinen ganz persönlichen Blick darauf, basierend auf dem, was wir tagtäglich im Health, Longevity & Performance Center mit unseren Kundinnen und Kunden beobachten.
Intervallfasten (auch intermittierendes Fasten genannt) ist kein Diät-Trend, sondern eine bewusste Essenspause. Es geht dabei nicht primär darum, was du isst, sondern wann du isst. Also um das richtige Timing. Die bekannteste Methode ist das 16:8 Intervallfasten: Du fastest 16 Stunden am Tag und hast ein Essensfenster von 8 Stunden.
Beispiel: Du isst von 10:00 bis 18:00 Uhr. Danach und davor ist Fastenzeit. Also Kein Snack, kein Proteinshake, keine Milch im Kaffee – das bringt uns zur nächsten Frage:
In der Fastenzeit ist alles verboten, was Kalorien hat. Was erlaubt ist:
Wasser (still oder mit Kohlensäure)
Ungesüßter Tee
Schwarzer Kaffee (ohne Milch/Zucker)
Alles andere bringt den Körper aus dem Fastenmodus. Wichtig: Intervallfasten ist kein Freifahrtschein für ungesunde Mahlzeiten im Essensfenster. Die Qualität deiner Nahrung zählt trotzdem.
Diese Frage stellen sich viele: Was passiert im Körper beim Intervallfasten?
Intervallfasten bringt nachweislich viele gesundheitliche Vorteile:
Entzündungshemmung durch Zellreparaturprozesse (Autophagie)
Reduktion von viszeralem Fett (das Fett um die Organe)
Positive Wirkung auf Blutfettwerte und Blutdruck
Zelluläre Reinigung und Mitochondrienunterstützung
Viele berichten von mehr Energie, besserem Schlaf, klarerem Kopf und natürlich auch Gewichtsreduktion.
Es gibt viele Varianten:
16:8 (16h Fasten, 8h Essen)
5:2 (5 Tage normal essen, 2 Tage stark reduzierte Kalorien)
14:10 (für Anfänger)
Dinner Cancelling (Abendessen auslassen)
Meine persönliche Empfehlung als Arzt: 16:8 mit Dinner Cancelling.
Warum?
Morgens hast du mehr Verdauungsenergie.
Wissenschaftlich zeigen sich hier die besten Ergebnisse.
Hormone wie Cortisol und Insulin sind morgens für die Nahrungsaufnahme besser reguliert.
Gesellschaftlich ist das oft eine Herausforderung – Abendessen mit Familie oder Freunden ist eben ein Ritual. Aber wenn du es immer wieder oder zum Beispiel 1-2 x pro Woche umsetzen kannst, ist das schon ein riesiger Schritt.
Intervallfasten kann bei Frauen stärker auf die Hormone wirken. Der Körper ist sensibler auf Energiemangel, was sich auf Zyklus, Stimmung und Leistungsfähigkeit auswirken kann.
Mein Tipp:
Nicht dauerhaft fasten.
In Phasen mit viel Stress eher Pausen machen und nicht fasten.
Intuitiv auf deinen Körper hören.
Fasten ist ein positiver Stressreiz – aber zu viel Stress (emotional, physisch oder metabolisch) kann kontraproduktiv sein und sich aufsummieren.
Wir arbeiten mit tausenden Menschen. Unsere Beobachtung:
Die meisten profitieren, wenn sie Intervallfasten regelmäßig, aber flexibel in ihren Alltag integrieren.
Es fördert Zellgesundheit, Stoffwechsel, mentale Klarheit.
In Kombination mit guter Nährstoffversorgung (Vitamin D, B-Komplex Omega 3, Magnesium) wird der Effekt noch besser.
Wichtig: Intervallfasten ist kein Wundermittel – aber ein kraftvolles Werkzeug im Gesamtpaket der Zelloptimierung und kann immer wieder einen reinigenden und stärkenden Reiz für deine Gesundheit setzen.
Die Frage taucht immer wieder auf.
Antwort: Für gesunde Menschen nein, solange du auf deinen Körper hörst.
Aber Vorsicht bei:
Schwangeren oder Stillenden
Menschen mit Untergewicht
Essstörungen oder starker Nebennierenerschöpfung
Bei Stress und hohen körperlichen Belastungen
Hier immer ärztlich abklären lassen und mit uns Rücksprache halten!
Intervallfasten ist mehr als ein Trend. Es ist ein biologisches Reset-Programm für deine Zellen, deinen Stoffwechsel und dein Energielevel. Du musst es nicht jeden Tag machen. Aber bewusst eingebaut kann es viel bringen.
Dabei geht es nicht um ein neues Dogma – also starre Regeln wie „immer 16 Stunden fasten“ oder „niemals nach 18 Uhr essen“. Das alte Dogma war: „Du musst drei Mahlzeiten am Tag essen, besonders Frühstück“. Intervallfasten bricht mit dieser starren Regel und zeigt: Es ist völlig normal und sogar gesund, mal länger nichts zu essen. Der Schlüssel ist Flexibilität und Achtsamkeit, nicht Perfektion.
Hast du aber einen hohen Bedarf an Energie und Nährstoffen (Stressiger Alltag, Sport, Schwangerschaft, Essstörungen), solltest du deinen Körper lieber mit Energie und den richtigen Nährstoffen versorgen, als zu fasten.
Mein Appell: Sei flexibel. Bleib neugierig. Und nutze die Kraft deiner Biologie!
Erlaubt sind kalorienfreie Getränke wie Wasser, ungesüßter Tee und schwarzer Kaffee. Alles, was Kalorien enthält, beendet den Fastenzustand.
Für Schwangere, Stillende, Menschen mit Untergewicht, Essstörungen, starker Stressbelastung oder sehr hoher körperlicher Beanspruchung sollte Intervallfasten nur nach ärztlicher Rücksprache oder gar nicht angewendet werden.